Kategorie-Archiv: Gutachten / Diagnostik

Kirche Leipzig-Engelsdorf

(St. Pankratius-Kirche)
Südostansicht
Südostansicht

Kirchturm: Mauerwerksinstandsetzung (Nadelanker), Erneuerung Turmdeckung (Kupfer), Fassadeninstandsetzung (2011)
Leistungen: Planung und Bauleitung

Kirchenschiff: Instandsetzung Dach und Fassade, Schwammsanierung (2013)
Leistungen: Gutachten (Feuchteschutz, Holzschutz), Planung, Tragwerksplanung, Bauleitung

Bauherr: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Engelsdorf-Hirschfeld

Baugeschichte

um 1170 Errichtung einer romanischen Chorturmkirche (heute nur noch Turmstumpf und Reste der Apsis vorh.)

nach 1530 Einführung der Reformation in Engelsdorf

1831/32* Abbruch und Neubau des Kirchenschiffs als klassizistische Saalkirche

1863* Abbruch des Walmdaches über dem Turm und Neubau von Oktogon und Haube des Kirchturms nach Entwürfen von Architekt Zocher (Leipzig)
Nachgründung (Untermauerung) des Kirchenschiffs im Westen wegen Schäden im Giebelbereich

Außen- und Innenrenovierung

1878* zwei neue Glocken angeschafft

1886*Friedhof nach Westen erweitert
1897* Friedhof nach Norden erweitert

1903* Neueindeckung Turm (obere Haube in Zink), Außenputz erneuert, Innenrenovierung, Holzvertäfelung innen

Historisches Foto
Nordostansicht, undatiert (Bauakte des Pfarramts) evtl. um 1920

1924 Orgel (Fa. Alfred Schmeisser, Rochlitz/S.)

1927 Innenrenovierung

1939* (Innen-?) Renovierung

1961 Dachreparatur, Innenrenovierung

1966* Neueindeckung Turm

1967 neue Turmuhr

1971* Norddach neu eingedeckt (Falzziegel statt Schiefer auf Lattung)

1979-83* Fassaden neu verputzt, Innenrenovierung

1988* Dacheindeckung (Schiff) mit Betondachsteinen

2005 Diebstahl der Turmuhr, Einbau der Uhr aus der aufgegebenen Leipziger Markuskirche

2010 Erneuerung des Geläuts (Bronzeglocken)

2011 Neueindeckung Turm (Kupfer statt Schiefer), Einbau von Nadelankern in das Turmmauerwerk, Turm neu verputzt

2013 Außensanierung Kirchenschiff (Dach und Fassaden)

* Angaben aus der Bauakte der Kirchgemeinde entnommen, teilw. aus Abschrift der Urkunden aus dem Turmknauf von 1863 und 1903 (Abschrift 1967)

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Weitere Bilder

Dachfuß

Instandgesetzter Dachfuß

 
Turmdeckung

Turmdeckung

Bohrarbeiten

Kernbohrungen für die Nadelanker

 

Innenansicht nach Osten

Innenansicht nach Osten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Johanniskirche Pegau

Außeninstandsetzung (Dachtragwerk, Fachwerkchor, Dachdeckung, Sockelabdichtung, Fenster)

Bauherr: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Pegau

Leistungen: Planung, Tragwerksplanung, Bauleitung, Holz- und Feuchteschutzschutzuntersuchungen

Baugeschichte

Gottesackerkirche (Friedhofskirche) St. Johannis Pegau

1557
Gottesacker vor die Stadtmauer verlegt

1558
erster Kirchenbau (aus Material des abgebrochenen Klosters)

1644 (Dreißigjähriger Krieg)
Kirche aus militärischen Gründen abgebrochen

1674-76
Johanniskirche errichtet (Maurermeister Jakob Kattermann)

1699
Altar (Jacob Findeisen)

1705
Glocke gestiftet

1738
Blitzschlag, Dach und Bekrönung Dachreiter instandgesetzt

1782 (1784?)
Chorwände erneuert

1802
Dachreiter und Bekrönung instandgesetzt

1819
Renovierung

1849
Orgel (Urban Kreutzbach, Borna), mit Umbau Orgelempore, Innenrenovierung

1899
Innenrenovierung

1910/11
Einbau einer Gasheizung

1914
Ersatz der Glocke (aus dem Dachreiter Laurentiuskirche)

1917
Abgabe Glocke und Zinnpfeifen der Orgel

1935
Erneuerung Orgel

1936/37
Innenrenovierung, Restaurierung Altar

1939
Glocke

?
Verschluß Nordportal (1936 noch vorhanden, 1971 bereits geschlossen)

1969
elektr. Beleuchtung

1972
Entfernung von Seitenemporen und Kanzel, Wiederherstellung des West- und Verschluß des Südportals, Raumabtrennung unter Orgelempore, Bestuhlung und Heizung (?) erneuert

1994/95/98
Fassadeninstandsetzung

2012/13
Einbau Vertikalabdichtung, Dachsanierung Schiff, Dach- und Fassadensanierung Chor, Fensterinstandsetzung

Daten überwiegend aus:
– Sachsens Kirchengalerie, 7. Abteilung, S. 57f, 1840,
– Neue Sächsische Kirchengalerie, S. 942 und 890, um 1906
– Unterlagen des Baupflegers im Regionalkirchenamt Leipzig
– Fotodokumentation 1970-72 und Bauunterlagen 1936-37 des Pfarramts
– Johannes Brumme: Die St. Johannis-Kirche (aus dem Bestand des Pfarramts, teilw. ohne Quellenangabe)

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Nordostansicht

Nordostansicht

 

 

 

 

 

Instandsetzung der Sparrenfüße (stehendes Blatt)

Instandsetzung der Sparrenfüße (stehendes Blatt)

Choraußenwand

Choraußenwand


Gründung

Freigelegte Gründung (evtl. vom Vorgängerbau)
und bei den Arbeiten gefundene Gruft (oben)

Kirche Hohen-Thekla

 

Außeninstandsetzung (Dächer und Fassaden) einschl. Schwammsanierung
der romanischen Kirche in Leipzig-Thekla

Bauherr: Ev.-Luth. Matthäuskirchgemeinde Leipzig-Nordost

Leistungen: Bauplanung, Bauleitung, Holzschutzgutachten und Tragwerksplanung

Baugeschichte

Errichtet vermutlich vor 1200

1660 „Erneuerung“ (d.h. vermutlich Instandsetzung) nach dem 30-jährigen Krieg [1]  (siehe Tür am Südportal)

1680 Kanzel (mit Bildtafel u.a. der Theklakirche) [1]

1813 Drei Kanonenkugeln wurden „im Kirchturmputz immer wieder eingemauert“ [1]
(Nur noch zwei bekannt. Beide 2007 gestohlen, 2008 durch Stahlkugeln ersetzt)

um 1850 Darstellung in Sachsens Kirchen-Galerie

1889 Zusammenschluß der Dörfer Cleuden, Plösen und Neutzsch zur Gemeinde Thekla

1898 Umbau (unter Julius Zeißig), u.a. Einbau eines neoromanischen Portals auf der Westseite,
Vergrößerung der Fenster auf der Südseite [1],

„um 1900“ Anbau einer Sakristei, dort ursprüngliche Tür des Südportals verwendet [1]

vermutlich zu dieser Zeit Teilunterkellerung des Chores und Heizungseinbau

1930 Eingemeindung Theklas nach Leipzig

1933 Fassade steinsichtig (bis dahin Putzfassade) [1]

29./30.1.1959 Die Kirche brennt fast vollständig aus (Brandstiftung).
Neben den Außenwänden nur Teile der Sakristei und damit auch das barocke Türblatt des Südportals erhalten (heute wieder am ursprünglichen Platz).

1959-1962 Wiederaufbau, teilweise unter Rückführung auf bekannte bzw. angenommene romanische Formen, u.a. Reduzierung der Fenstergrößen Südseite, Wiederherstellung Südportal, Reduzierung der Dachneigung Langhaus, Verzicht auf Gewände am Westportal; Giebelüberstände, Veränderung Sakristei / Kellerzugang (Mai 1960 Richtfest / Glockenweihe, August 1960 Turmknäufe [4], Weihe 7.10.1962)

1998 Innenrenovierung

2007-2009 Außeninstandsetzung (Dächer, Außenmauerwerk)

Quellen
[1]  Deutsche Evangelische Kirchen: Die Kirche Hohen Thekla in Leipzig, Hrsg. Pfr. Joachim Petzold, 1952 (veränderter Nachdruck der 1. Auflage 1938, Pfr. Johannes Müller)

[2] Leipziger Volkszeitung vom 31.01.1959

[3] Schreiben Pfr. Petzolds vom 2.2.1959 an das Landeskirchenamt (Abschrift aus dem Turmknauf)

[4]  Schreiben Pfr. Petzolds vom 1.8.1960 aus dem Turmknauf

siehe auch: Wikipedia

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Südostansicht

Südostansicht

Durch Echten Hausschwamm befallener Balkenkopf

Durch Echten Hausschwamm befallener Balkenkopf

Sonnenuhr auf der Südfassade des Turmes

Sonnenuhr auf der Südfassade des Turmes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die drei Kanonenkugeln

Die Überlieferung Drei im Kirchturmputz eingemauerte französische Kanonenkugeln erinnern an die Völkerschlacht muß hier noch etwas ergänzt werden: Erstens waren trotz intensivster Suche nur zwei Kugeln zu finden.
Zweitens wurden beide Kanonenkugeln kurz nach dem Einrüsten des Kirchturms entwendet – ob sie echt waren, muß also ungeklärt bleiben.

Die jetzt sichtbaren „Kanonen-“ (genauer: Kugelstoß-) Kugeln wurden diesmal nicht ins Mauerwerk geschossen, sondern mit angeschweißtem Bewehrungsstab tief im Mauerwerk verankert.
Auf eine dritte Kugel hat der Bauherr – trotz der bekannten Überlieferung – aber verzichtet.

Und falls jetzt den Dieb der Originalkugeln das Gewissen plagt: Vergebung (und Wiedergutmachung) sind bestimmt möglich.

Zwei französiche Kanonenkugeln vor Baubeginn

Zwei französiche Kanonenkugeln vor Baubeginn

Keine Kanonenkugeln mehr wenige Tage nach dem Einrüsten

Keine Kanonenkugeln mehr wenige Tage nach dem Einrüsten

Kanonenkugeln nach Fertigstellung

Zwei (deutsche) „Kanonen-“ Kugeln nach Fertigstellung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Marie-Louise-Heim Grimma

Bauherr: Diakonisches Werk im Kirchenbezirk Leipziger Land e.V.

Bäder auf Holzbalkendecken sind immer eine planerische und handwerkliche Herausforderung.
Wie sie in 12 Bädern der sozialtherapeutischen Wohnstätte in Grimma-Hohnstädt um 1995 gemeistert wurde, ist bemerkenswert:

Dusche auf Holzbalkendecke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weil der Trockenestrich unter dem PVC-Bodenbelag einer Dusche eingebrochen war, wurde der Sachverständige hinzugezogen.

Weißer Porenschwamm

 

 

 

Nach Rückbau des Trockenestrichs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diagnose: Weißer Porenschwamm (dem Echten Hausschwamm war es hier einfach zu naß).

Neue Dusche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12 Bäder wurden im bewohnten Zustand erneuert – diesmal mit Abdichtungen und Duschwannen.

Erstaunlich an diesem Projekt waren weniger die Naivität des Planers und der Mut (oder war es Verzweiflung?) der ausführenden Handwerker, sondern vielmehr, daß

  • 12 bodengleiche Duschen mit hochgezogenem Bodenbelag,
  • ohne Wand- und Bodenabdichtungen,
  • über Trockenestrich (Spanplatte)
  • auf Holzbalkendecken

fast 14  Jahre funktioniert haben.
Fazit: Architekt und Handwerker hatten eigentlich alles richtig gemacht – Mängelansprüche verjähren bekanntlich bereits nach maximal 5 Jahren.