Kirche Hohen-Thekla

Außeninstandsetzung (Dächer und Fassaden) einschl. Schwammsanierung
der romanischen Kirche in Leipzig-Thekla

Bauherr: Ev.-Luth. Matthäuskirchgemeinde Leipzig-Nordost

Leistungen: Bauplanung, Bauleitung, Holzschutzgutachten und Tragwerksplanung (2006-2009)

Baugeschichte

Errichtet vermutlich vor 1200

1660 „Erneuerung“ (d.h. vermutlich Instandsetzung) nach dem 30-jährigen Krieg [1]  (siehe Tür am Südportal)

1680 Kanzel (mit Bildtafel u.a. der Theklakirche) [1]

1813 Drei Kanonenkugeln wurden „im Kirchturmputz immer wieder eingemauert“ [1]
(Nur noch zwei bekannt. Beide 2007 gestohlen, 2008 durch Stahlkugeln ersetzt)

um 1850 Darstellung in Sachsens Kirchen-Galerie

1889 Zusammenschluß der Dörfer Cleuden, Plösen und Neutzsch zur Gemeinde Thekla

1898 Umbau (unter Julius Zeißig), u.a. Einbau eines neoromanischen Portals auf der Westseite,
Vergrößerung der Fenster auf der Südseite [1],

„um 1900“ Anbau einer Sakristei, dort ursprüngliche Tür des Südportals verwendet [1]

vermutlich zu dieser Zeit Teilunterkellerung des Chores und Heizungseinbau

1930 Eingemeindung Theklas nach Leipzig

1933 Fassade steinsichtig (bis dahin Putzfassade) [1]

29./30.1.1959 Die Kirche brennt fast vollständig aus (Brandstiftung).
Neben den Außenwänden nur Teile der Sakristei und damit auch das barocke Türblatt des Südportals erhalten (heute wieder am ursprünglichen Platz).

1959-1962 Wiederaufbau, teilweise unter Rückführung auf bekannte bzw. angenommene romanische Formen, u.a. Reduzierung der Fenstergrößen Südseite, Wiederherstellung Südportal, Reduzierung der Dachneigung Langhaus, Verzicht auf Gewände am Westportal; Giebelüberstände, Veränderung Sakristei / Kellerzugang (Mai 1960 Richtfest / Glockenweihe, August 1960 Turmknäufe [4], Weihe 7.10.1962)

1998 Innenrenovierung

2007-2009 Außeninstandsetzung (Dächer, Außenmauerwerk)

Quellen
[1]  Deutsche Evangelische Kirchen: Die Kirche Hohen Thekla in Leipzig, Hrsg. Pfr. Joachim Petzold, 1952 (veränderter Nachdruck der 1. Auflage 1938, Pfr. Johannes Müller)

[2] Leipziger Volkszeitung vom 31.01.1959

[3] Schreiben Pfr. Petzolds vom 2.2.1959 an das Landeskirchenamt (Abschrift aus dem Turmknauf)

[4]  Schreiben Pfr. Petzolds vom 1.8.1960 aus dem Turmknauf

siehe auch: Wikipedia

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Die drei Kanonenkugeln

Die Überlieferung Drei im Kirchturmputz eingemauerte französische Kanonenkugeln erinnern an die Völkerschlacht“ muß hier noch etwas ergänzt werden: Erstens waren trotz intensivster Suche nur zwei Kugeln zu finden.
Zweitens wurden beide Kanonenkugeln kurz nach dem Einrüsten des Kirchturms entwendet – ob sie echt waren, muß also ungeklärt bleiben.

Die jetzt sichtbaren „Kanonen-“ (genauer: Kugelstoß-) Kugeln wurden diesmal nicht ins Mauerwerk geschossen, sondern mit angeschweißtem Bewehrungsstab tief im Mauerwerk verankert.
Auf eine dritte Kugel hat der Bauherr – trotz der bekannten Überlieferung – aber verzichtet.

Und falls jetzt den Dieb der Originalkugeln das Gewissen plagt: Vergebung (und Wiedergutmachung) sind bestimmt möglich.

Zwei französiche Kanonenkugeln vor Baubeginn

Keine Kanonenkugeln mehr wenige Tage nach dem Einrüsten

Kanonenkugeln nach Fertigstellung

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Weitere Bilder

Durch Echten Hausschwamm zerstörter Balkenkopf
Neue Sonnenuhr auf der Südfassade des Turms

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